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Vom Nordkap nach Pahlen: Tag 186 – Maasholm – Pahlen ca. 84 km/10.382 km

Zuhause

Trotz Gardinen vor den Fenstern werde ich abermals mit dem Sonnenaufgang wach. Ich fühle mich fit für die letzte Etappe dieser unglaublich intensiven Reise. Ganz in Ruhe und mit Bedacht packe ich meine Sachen. Ein Kribbeln durchströmt mich wie das Lampenfieber vor einem Auftritt. Heute geht es nach einem halben Jahr und zig unvergesslichen Erlebnissen nach Hause. Dorthin, wo mein Lieblingsmensch auf mich wartet.

Ein letztes Mal die Taschen packen und ans Fahrrad hängen. Um 8 Uhr schließe ich die Tür hinter mir und radel los. Kilometer um Kilometer ziehen an mir vorbei. Grüne Wiesen, flaches Land, Kühe, Feldwege, Bauernhöfe, Störche, … Da sind sie ja wieder. Am Anfang unserer Reise waren sie noch in Spanien.

Gegen Mittag fängt es an zu regnen. Das stört mich keineswegs und ich fahre einfach weiter, ohne das Regencape überzuziehen. Die Freude im Bauch überwiegt und lässt alles andere ganz harmlos erscheinen. In Schleswig fahre ich am Dom vorbei und danach geht es weiter über die Dörfer und durch die Wallapampa. Mit dem leichten Rückenwind fährt es sich ganz entspannt. Ein Mann, der mit seinem Hund spazieren geht, wünscht mir viel Spaß. Ich bedanke mich und denke nur: „Wenn der wüsste.“

Dann komme ich Pahlen mit großen „Schritten“ näher. Ein Schild zeigt an: noch 3 km.

Am Ortseingang steigt nochmal die Aufregung. Bäume mit Blättern empfangen mich. Ich habe das Dorfbild in meinem Kopf noch mit kahlen Bäumen aus dem Winter abgespeichert. Ansonsten habe ich das Gefühl, es ist alles wie immer. Endlich biege ich in „meine“ Straße ein. Kurz vor dem Ziel springt Josi plötzlich auf die Straße und hat einen Blumenstrauß in der Hand. Wie schön! Große Wiedersehensfreude! Lachen, Weinen, Halten, alles gleichzeitig. Eine leichte Vorsicht umgibt uns noch. Die unausgesprochenen Fragen „Wie ist es dir ergangen und wie geht es dir jetzt?“ schwingen um uns herum. Es fühlt sich an, als würden wir uns neu begegnen, ganz vorsichtig und liebevoll.

Bei dem gemeinsamen Gang durch den Garten komme ich mehr und mehr an. Sicherlich wird es noch eine Weile dauern, bis ich wieder ganz zuhause angekommen und bereit für die „Normalität“ bin.

Ihr Lieben da draußen, wir danken euch für die stille Begleitung in guten Gedanken!

Was auf unserer Reise hinter den Kulissen passiert ist, was wir wirklich gefühlt haben und was unsere Beziehung aushalten musste, könnt ihr bei Interesse in meinem nächsten Buch nachlesen. 😉

Zum Abschluss noch ein großer Dank an unsere Familien für die liebevolle Begleitung und Unterstützung!

Und ein Lob an die Firma Böttcher. Unsere Räder mussten wirklich einiges ertragen und haben diese Belastung und extreme Strapazierung ohne Probleme überstanden.

Außerdem sind wir, wie durch ein Wunder, pannen- und unfallfrei geblieben. Dabei haben sicherlich all eure positiven Gedanken und Wünsche für uns geholfen.

Danke und bis bald sagen Vera & Josi

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