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Von Santiago zum Nordkap: Tag 125 – Lillandet – Mossala ca. 70 km/6785 km

Eine Kota

„Oh mein Gott, wer ist das denn“, ruft Josi mit erschrockenem Gesicht, als sie heute Morgen aus dem Zelt schaut. Ich drehe mich um und sehe einen riesigen Hund schnurstracks auf uns zukommen. Im ersten Moment stockt uns kurz der Atem, aber dann erkennen wir, dass sein Schwanz wedelt. Er scheint der zweite Hund unserer Gastgeberin zu sein, der sich von uns eine Streicheleinheit abholen möchte. Nachdem er diese bekommen hat, er etwas Meerwasser geschlabbert und Pippi gemacht hat, verschwindet er wieder.

Am späten Morgen verlassen wir diesen wunderschönen Platz und die Frau ruft uns aus ihrem Garten heraus noch ein paar gute Reisewünsche zu. Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns auf den Weg. Der Wind hat fürs erste nachgelassen und schon bald erreichen wir die erste Fähre. Die Finnischen Fähren sind übrigens Hybrid-Fähren und alle kostenlos. Ausgenommen die Fahrt dauert eine Stunde und mehr.

Gegen Mittag verdunkelt sich der Himmel und wir hören in der Ferne einen dumpfen Knall, wie ein Gewitterdonnern. Sicherheitshalber steuern wir ein Restaurant ab vom Weg an, um dort Schutz zu suchen. Auf dem Weg dorthin kommen schon die ersten Tropfen herunter. Noch rechtzeitig kommen wir auf einem Ferienhof mit verschiedenen Hütten, Jacuzzis, Fahrradverleih usw. an. Das Restaurant ist noch geschlossen, aber wir dürfen die Kota nutzen, um darin unsere Mittagspause im Trockenen zu verbringen. Sogar Feuer dürfen wir darin machen, aber das brauchen wir gar nicht. In der Kota mit Glasdach ist es so schön kuschelig warm, dass wir nach dem Essen sogar ein kleines Nickerchen machen. Der Regen bleibt zwar aus, dafür hatten wir ein schönes, warmes Plätzchen. Bei der Abfahrt bedanken wir uns und fragen, ob wir etwas für die Nutzung des Unterschlupfes schuldig sind. Die Antwort der jungen Frau an der Rezeption lautet: „Nein. Wir freuen uns, wenn ihr euch wohlgefühlt habt.“ Tja, die Finnen sind ein wirklich freundliches, hilfsbereites und offenes Völkchen. „Als würde man mit einer Freundin/einem Freund sprechen“, sagt Josi.

Weiter geht’s durch den Schärengarten. Die Straße geht auf und ab, der Verkehr ist minimalst geworden und wir genießen die Ruhe und Natur. Am frühen Abend erreichen wir einen Campingplatz und haben eine Zeltwiese fast für uns allein.

Mittagspause
Fährüberfahrt
Selbst die Bushäuschen sind hier liebevoll gestaltet und eingerichtet.
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