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Von Santiago zum Nordkap: Tag 153 – Mirojävri – Alta ca. 99 km/8497 km

Überwältigende Natur

Es ist windstill. Ein ploppendes, klopfendes Geräusch lässt uns vermuten, dass es regnet. Fehlanzeige. Es sind die Mücken und Fliegen, die sich über Nacht in unserem Zwischenzelt gesammelt haben und fortwährend gegen die Außenhülle fliegen. Kaum sind wir draußen, schwirren sie auch schon wieder zahlreich um uns herum. Das Moskitospray aus der Apotheke hilft sehr gut, so dass wenigstens ich draußen vor dem Zelt das Frühstück genießen kann. Josi ist es zu viel und flüchtet sich lieber ins Zelt, damit sie ihre Ruhe hat.

Früh um 8:15 Uhr starten wir. Auf dem Fahrrad lässt es sich am besten aushalten. Es ist bedeckt und kühl, so dass wir erstmal von den Bremsen verschont bleiben.

Bis zur Mittagspause, die wir auf einem verlassenen Grundstück mit Touristeninformation und Schlafhütten verbringen, hält sich das Landschaftsbild wie gestern, ausgenommen eines beeindruckenden Wasserfall, an dem wir kurz Halt machen. Über leichte Hügel und scheinbar endlose Straßen geht es stetig bergauf. Wir genießen die weite Sicht über die grüne Natur mit ihren kleinen Birken und Sträuchern. In der Ferne zeichnen sich schon langsam die ersten Berge ab. In einem Bach füllen wir unsere Wasserflaschen auf, bevor es wieder weiter geht.

Nach ein paar Kilometern erreichen wir einen tollen Abschnitt mit einer Panoramastraße entlang eines Flusses. Es ist so windstill, dass sich die Berge im Wasser spiegeln. Immer wieder sehen wir hoch oben kleine Wasserfälle und sogar noch letzte Schneefelder. Die Felswände werden immer rauer und ragen immer steiler neben uns empor. Faszinierend!

Als wir den höchsten Punkt erreicht haben, zeigt ein Schild am Straßenrand 8 % Gefälle an (zum Glück geht es runter für uns). Von hier aus führt die Straße durch eine lange, schroffe Schlucht. Wir werden förmlich von dieser atemberaubenden Natur verschluckt und tauchen in das ehrliche, unverblümte Norwegen ein. Emotionen schwappen über, es folgt eine Gänsehaut der nächsten und das Beste ist, wir können uns einfach nur rollen lassen und in vollen Zügen genießen. Ein wahres Geschenk nach den letzten Tagen, in denen es fast permanent bergauf ging.

Im Tal angekommen bietet sich wieder ein völlig neues Landschaftsbild und die kleinen Birken verschwinden, dafür gibt es hier wieder lange Alleen mit Nadelbäumen. Am frühen Abend erreichen dann erschöpft, zufrieden und erfüllt den Campingplatz in Alta. In dem nahegelegenen Sami-Restaurant gönnen wir uns das teuerste Bier auf dieser Reise. Ein Arktic-Beer für umgerechnet 11 €. Diese Leckerei bleibt, bis auf weiteres, eine Ausnahme.

Müde fallen wir ins Bett. Noch 242 km bis zum Nordkap. Der Countdown läuft!

Wasserfall
Unendliche Straßen
2. Pause
8 % Gefälle
Fuhrpark 😉
Abendstimmung
Eisbär im Schnee?
Kilometerangabe per Luftlinie?
Traditionelle Fluss – Fischerboote
Der Weg nach Norden
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