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Von Santiago zum Nordkap: Tag 59 – Saint-Mitre-les-Rempartsain – Garlaban Royante ca. 67 km/3280 km

Laut & leise

Mit Stille beginnt der Tag. Man hört nur die verschiedenen Vögel, aber keine menschlichen Geräusche. Der Campingplatz ist auch nur von wenigen Gästen besucht. Wir dehnen unser Frühstück etwas aus und bereiten uns die letzten Pancakes zu. Der gestrige Tag steckt uns noch in den Beinen.

Um 11 Uhr machen wir uns erst auf den Weg. Es geht sofort wieder hoch und runter. Aber der relativ starke Wind kommt zum Glück meistens von hinten. Nach den ersten Kilometern denke ich: „Heute muss es aber keine lange Etappe werden.“ Josi geht es genauso. Wo kommen die Berge auf einmal her?

Gegen Mittag kaufen wir ein und suchen anschließend nach einem guten Pausenplatz. Leider findet sich über Kilometer nichts, da wir an einer Hauptstraße entlangfahren. Außerdem ist der Verkehr hier ziemlich laut und stressig. Irgendwann erreichen wir einen kleinen Abbieger und machen es uns am Wegesrand auf unseren kleinen Stühlen gemütlich. Die vorbeifahrenden Leute sind sichtlich amüsiert. Eine Familie kommt sogar noch einmal rückwärts zurück gefahren und fragt, ob wir Wasser brauchen. Klasse!

Im Laufe des Nachmittags begegnen wir mehreren Frauen, die uns ganz begeistert zurufen. Manche hupen beim Vorbeifahren und halten wieder die Daumen hoch. Trotz aller motivierenden Zusprüche sind wir heute richtig kraflos und schlapp. Die Steigungen werden immer heftiger. Als wir fast den höchsten Punkt erreicht haben, suchen wir nach einem Schlafplatz. Da wir in einem riesigen Wandergebiet sind, ist es wohl am Wochenende keine so gute Idee, hier zu campieren. Also entscheiden wir uns, doch den auserwählten Campingplatz anzusteuern. Angeblich soll es bis dahin fast nur abwärts gehen…..

Als erstes umkurven wir wieder eine Schranke. Dann geht es eine Weile auf einem asphaltierten Panoramaweg durch die schöne Landschaft. Von hier oben haben wir einen grandiosen Blick auf Marseille. Wir werden diese große Stadt nämlich rechts liegenlassen. Schon bald wird die glatte Straße zu einer Schotterpiste und wir rumpeln weiter durch die Kräuter der Provence. Jedenfalls duftet es so. Nach mehrfachen Irrfahrten finden wir endlich aus dem Wandergebiet heraus und fahren weiter durch kleine Ortschaften mit engen, steilen Straßen. Immer wieder müssen wir absteigen und schieben. Mit letzter Kraft erreichen wir gegen 19:30 Uhr den Campingplatz und stehen vor verschlossenem Tor. Wir klingeln und rufen unter angegebener Nummer an. Nichts. Niemand meldet sich. Oh man….und nun? Weiterfahren und nach einem Platz ausschau halten, bevor es dunkel wird.

Wir müssen nicht weit fahren, da entdecken wir etwas geeignetes in einer Tannenschonung, oberhalb der Straße. Wir zögern nicht lange, nehmen alle Taschen ab und tragen sie samt der entladenen Räder nach oben. Trotz des angekündigten Sturms sind wir hier geschützt. Es ist gerade noch Zeit, das Zelt aufzubauen und zu essen, bevor es dunkel ist. Das hat ja wieder gut geklappt!

Felsformationen
Honig aus den Alpen
Naturpark
Blick auf Marseille
Verschlossener Campingplatz
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