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Von Santiago zum Nordkap: Tag 63 – Saint-Aygulf – Vaugrenier ca. 66 km/3506 km

Rote Felsen & Prominenz

Am Morgen ist es wieder so frisch, dass wir gar nicht aus unseren kuscheligen Schlafsäcken rauskriechen mögen. Wir sind allerdings sehr froh darüber, dass heute wieder die Sonne scheint. Mit einem Drachenatem sitzen wir vor dem Zelt, lauschen den verschiedenen Geräuschen der Umgebung und trinken unseren Kaffee. Man hört den Verkehr der nicht weit entfernten Straße, das Vogelgezwitscher und das Hämmern und Sägen auf der Baustelle, die uns schon von unserer gestrigen Regenpause bekannt ist.

Zeitig machen wir uns heute auf den Weg, damit wir uns schnell warm strampeln können. Schon bald treffen wir auf eine kleine Gruppe Radsportlerinnen, die uns natürlich überholen. Im Laufe der Wegstrecke treffen wir uns immer wieder und sie machen schon ihre Scherze und wünschen uns eine gute Reise. Nach dem Einkauf sehen wir sie dann zum vierten Mal, während sie an der Straße stehen und eine kleine Pause machen. Als wir an ihnen vorbeischnaufen, weil es gerade hochgeht, jubeln, grölen und klatschen sie, als wären wir soeben über eine Ziellinie gefahren. Das macht Laune! Eine andere Gruppe von Radsportlern, die uns entgegen kommen, klingeln, winken und rufen: „Bravo!“

Unsere Mittagspause verbringen wir an einem Aussichtspunkt mit traumhaftem Blick auf das Meer und die außergewöhnlich roten Felsen. Diese rostigen Felsen ziehen sich zwischen St. Tropez und Cannes fast an der ganzen Küste entlang. Sogar die Strände sind teilweise rotbraun gefärbt. Die fantastische Küstenstraße ist zum Glück nicht viel befahrenen und wir können den Blick immer wieder über die Landschaft schweifen lassen.

Am Nachmittag erreichen wir Cannes und gönnen uns hier noch ein weiteres Päuschen und ein kleines Fotoshooting mit der Prominenz. Während unserer Pause werden wir 2-mal von Leuten angesprochen, die sich für unsere Reise interessieren und sogar ein Foto von uns machen. Wer ist jetzt hier prominent? 😉

Die letzten Kilometer vergehen sehr schnell und wir erreichen vor dem Regenschauer noch den Campingplatz und können gerade noch rechtzeitig das Zelt aufbauen. Nach der heißen Dusche finden wir eine überdachte Terrasse zum Kochen und dürfen im Aufenthaltsraum essen. Hier finden wir auch Unterschlupf für den Abend, bevor es ins klamme Zelt geht. Nachdem wir mit dem Essen fertig sind, kommt ein deutsches Paar in den Aufenthaltsraum und möchte mehr über unsere Tour erfahren. Wir unterhalten uns eine ganze Weile mit ihnen und der Mann sagt immer wieder: „Respekt.“ Die beiden sind selbst Mountainbikefahrer*innen und können sich ungefähr vorstellen, wie es uns mit dem Gepäck auf dem Fahrrad geht. Aber die „Mühe“ lohnt sich! Morgen kommen wir nach Italien und verlassen das wunderschöne Frankreich.

Schwierige Wege führen oftmals zu den schönsten Zielen.
Mittagspause
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